Grosse Wav - kleine MP3

geschrieben von Ralf Baum am 6 January, 2009 - 11:03

Wenn Wav-Dateien zu gross werden, empfiehlt es sich auf ein Format umzusteigen, das kleinere Dateien ohne spürbaren Qualitätsverlust garantiert. Dieses Format ist die Mp3, entwickelt in den 80ern. Aber was muss man sich unter "Datenkomprimierung" vorstellen?

Nun, die Antwort ist recht einfach. Stellen Sie sich folgendes vor. Sie unterhalten sich am Bahnhof mit einem Bekannten. Während er redet, fährt ein Zug vorbei. Der Bekannte hört aber nicht auf zu reden. Sie sehen zwar seine Lippenbewegungen, aber hören nur den Zug. Als der Zug vorbeigefahren ist, hören Sie wieder Ihren Bekannten reden. Was ist mit seinen Worten geschehen? Sie waren als hörbares Audio die gesamte Zeit vorhanden, aber vom Geräusch des vorbeifahrenden Zuges überlagert. Auf einem Speichermedium würde seine kaum (oder gar nicht) hörbare Stimme nur zusätzlichen Speicherplatz belegen. Dieser "überflüssige" Sound wird durch einen MP3-Encoder herausgefiltert und das spart viel Speicherplatz. Je nach Encoder wird auch das Frequenzspektrum reduziert (in den für Menschen nicht mehr wahrnehmbaren Höhen) und gegebenenfalls auch die Wiedergaberate "heruntergedreht". Nach Beendigung dieses Vorgangs hat die MP3 unter Umständen nur noch 10% der Grösse der ursprünglichen Wav-Datei.

Was audiophilen Klassikliebhabern vermutlich ein Graus ist, hat erst den Siegeszug des digitalen Audios im Internet eingeleitet. Ohne dieses Kompressionsverfahren würde dem modernen E-Learning ein wichtiges Segment fehlen, denn ein 10 Minuten Podcast mit über 100MB Speichergrösse, würde bei grossen Zugriffszahlen den Servertraffic in ungeahnte Höhen treiben.

Wir hoffen, dass unser kleiner Exkurs durch die Welt des digitalen Audios Ihnen gezeigt hat, welch "Schwerstarbeit" ein Rechner bei der Erstellung von Audios leisten muss.