Bild-Text Kombinationen: Wann sind sie lernförderlich?

Bilder werden von Menschen leichter wiedererkannt als Texte. Außerdem können Informationen aus Bildern wesentlich schneller aufgenommen werden als aus Texten. Es ist aber nur in wenigen Fällen möglich auf Text zu verzichten. Kombiniert man Bilder und Texte sollte man eine gute Mischung erhalten. Eine Erläuterung eines Textes mittels einer Grafik kann eine erhöhte Transferleistung von bis zu 121% bewirken. Aber wann ist ein Bild Lernförderlich und wann bewirkt es das Gegenteil?

Folgende Grafiken sind lernförderlich:

• Grafiken zur thematischen Organisation. Sie illustrieren Zusammenhänge zwischen den Themenkomplexen oder anderen Sachverhalten.

• Grafiken zur Veranschaulichung von Beziehungen. Sie illustrieren die Zusammenhänge ansonsten nicht sichtbarer Sachverhalte, wie bei Wachstumskurven.

• Grafiken als Schnittstelle zur Aufgabe. Sie dienen zur Förderung der Realitätsnähe der Lernumgebung. So können Arbeitsplätze oder andere Situationen veranschaulicht werden. Die Lernumgebung ist dadurch nicht mehr so abstrakt.

Aber Vorsicht mit bewegten Bildern! Ein gesprochener Text eignet sich wesentlich besser zur Erläuterung als ein geschriebener Text! Die Informationen werden über verschiedene Sinneskanäle verarbeitet. Geschriebener Text führt zu einer kognitiven Überlastung, da alle Informationen über einen Sinneskanal verarbeitet werden! Es ist schwieriger einem Film mit Untertitel zu folgen, als einem Film mit Ton.

Kommentare

Quellen?

Hallo,

mich würde interessieren, wie Sie auf diese Aussagen von 121% und "kognitive Überlastung" kommen. Können Sie dazu Quellen angeben oder haben Sie das selbst eruiert?

vielen Dank,
Hakan Kalinyaprak

Quellen

Hallo Herr Kalinyaprak,

diese Zahlen stammen nicht von uns, sondern von einer Studie. Hier nachzulesen:

Mayer, R. E. (2001). Multimedia learning. Cambridge, UK: Cambridge University Press.

Schlagwörter in diesem Zusammenhang sind "SOI Modell" und "Split Attention Effect". Mayer leitet aus diversen Studien 6 Prinizpien zur Gestaltung von Multimedia ab.

Zur kognitiven Überlastung: Ursprung ist die Cognitive Load Theory.

Sweller, J., van Merrienboer, J. J. G., Paas, F. G. W. C. (1998). Cognitive architecture and instructional design. Educational Psychology Review, 10, pp. 251-296.

Einen guten Überblick über E-Learning relevante Themen bietet auch

Niegemann, H. M., Hessel, S., Hochscheid-Mauel, D., Aslanski, K., Deimann, M., Kreuzber-ger, G. (2004). Kompendium E-Learning. Heidelberg: Springer.

Viele Grüße
Vincent Kruse

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