wie lerne ich am besten

Wie spricht man unterschiedliche Lerntypen beim E-Learning an? Teil 3

geschrieben von Ralf Baum am 19 April, 2011 - 14:07

Die jeweiligen Vorzüge von graphischer Präsentation und Audiobereitstellung wurden in vorhergehenden Blogs behandelt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie sieht es mit dem Lernen aus, wenn beide Elemente miteinander verknüpft werden? Ist das überhaupt von Vorteil?

Wie in einem vorherigen Blog erwähnt, geht es hier nicht um die prozentgenaue Betrachtung der Lernfortschritte. Es sollen lediglich die Zahlen in ihrer Relation verglichen werden.

Gemäß der Theorie von Steffen-Peter Ballstaedt beträgt die Wirkung der Verbindung von Hören und Sehen auf das Behalten des Lernstoffs 30%.
Wie verknüpfen Sie nun am besten Ihre Präsentation mit dem Audio?
Der erste Gedanke wäre, eine Powerpoint mit Audios zu unterlegen und diese Datei dann dem User zur Verfügung zu stellen.
Diese Idee ist nur auf den ersten Blick sinnvoll, denn mit Powerpoints im Netz gibt es schnell Probleme. Meist ist es nicht absehbar, ob auch jeder User die gleiche Office-Version verwendet und schon gehen die Schwierigkeiten mit ordentlicher Darstellung los (ganz zu schweigen von Open Impress - Nutzern, die sich u.U. über weniger gelungene Grafiken wundern).

Verwenden Sie am besten kein veränderbares Dateiformat, sondern schliessen Sie ihre Dateien ab, indem Sie die Dateien in ein Flashformat bringen.

Wie spricht man unterschiedliche Lerntypen beim E-Learning an? Teil 2

In einem früheren Blog hatte ich mich mit der Frage "Wie spricht man unterschiedliche Typen beim E-Learning an?" gewidmet. Der zweite Teil dieser Serie behandelt nun die Lernaktivität "Sehen". Gemäß der Theorie von Steffen-Peter Ballstaedt beträgt die Wirkung des Sehens auf das Behalten des Lernstoffs 20%. Hierbei muss man erwähnen, dass damit explizit nicht das reine Lesen gemeint ist. Jetzt werden Sie zu Recht fragen: "Was versteht man denn unter dem Begriff sehen?" Deshalb werde ich die unterschiedlichen Visualisierungskonzepte hier inemal kurz darstellen:

Vorab:
Visualisierung basiert auf Grafiken und Bilder. Allerdings genügen diese in den wenigsten Fällen. Deshalb müssen diese Grafiken auch durch Text unterstützt werden.

Hier nun einmal die gängigsten Visualisierungsmöglichkeiten:

  • Tabellen und Gegenüberstellungen: Hier reichern Sie die reinen Daten mit Grafiken und Bildern an. Damit erleichtern Sie es dem Lerner, mit der abstrakten Zahl ein konkretes Bild zu verknüpfen.
  • Zeitleisten: Hier erklären Sie einen Ablaufplan. Anstelle von Beschreibung mit "Davor" und "Danach" können Sie mit einer Zeitleiste und wenigen Bildern/Grafiken schnell einen Zeitablauf beschreiben.
  • Auswahlvarianten Sie können hier eine Art branching erstellen. Dies stellt strukturell die Verzweigung eines Baumes dar.

Wie spricht man unterschiedliche Lerntypen beim E-Learning an? Teil 1

In vorherigen Blogeinträgen wurden die unterschiedlichen Lerntypen, wie z.b. der auditive Lerntyp, vorgestellt. Jeder Mensch nimmt Informationen über seine Sinnesorgane auf. Allerdings werden die Informationen unterschiedlich verarbeitet. In der Forschung herrscht Uneinigkeit, wenn um die Frage geht, wie stark der Einfluss von multimedialen Lernkonzepten auf die Lernleistung von Menschen ist. Ich beziehe mich in dieser Blogreihe auf die Theorie von Steffen-Peter Ballstaedt aus dem Jahre 1990.

Wirkung von Sinnesmodalitäten und Lernaktivitäten auf das Behalten von Lernstoff:

Lesen: 10%
Hören: 20%
Sehen: 30%
Hören und Sehen: 50%
Nacherzählen: 70%
Tun: 90%

Einschub: Ich möchte hier keine Diskussion über Prozentzahlen starten. Betrachten Sie diese Zahlen eher in der Wirkungsrelation. Also: "Hören und Sehen" bringt weniger als nur Hören.
Auf das Thema "Lesen" gehe ich in dieser Reihe nicht ein; denn reines Lesen an einem Computer ist zwar per Definition auch E-Learning, aber mittels eines Ausdrucks kann die Information auch für Nicht-Computergestütztes Lernen verwendet werden.

Hören: 20%

Wie lerne ich am besten? Vom Kurzzeitgedächnis zum Langzeitgedächnis Teil 2

In der Praxis ist es auch beim E-Learning kein Problem, die Informationen und Vorgänge ins Langzeitgedächnis des Lerners zu bringen.

Wie lerne ich am besten? Vom Kurzzeitgedächnis zum Langzeitgedächnis Teil 1

Ziel des langfristig angelegten Lernens: Informationen möglichst lange im Gedächnis des Lerners verankern.

Der Weg zum lang anhaltenden Erinnerungsvermögen geht über das Kurzzeitgedächnis. Zuerst einmal müssen die Informationen aufgenommen und ausgewertet werden. Innerhalb kürzester Zeit wird die Information auf Relevanz geprüft und gegebenenfalls nicht gespeichert.

Denn: Was glauben Sie, wieviele Informationen nur durch ihr Auge aufgenommen werden? Ein Beispiel nur beim Besuch unseres Blog: Die Farbe der Headergrafik, die unterschiedlichen Schriftgrößen der Begriffe in der Wortwolke, usw. - all das sind Informationen, die sie visuell aufnehmen.
Hier tritt also bereits der erste Filter in Erscheinung. Diese Informationenen bleiben nur im Ultrakuzzeitgedächnis.
Nur was diesen Relevanzfilter durchläuft, kommt im Kurzzeitgedächnis an. Dieser Speicherort behält die Daten unter Umständen über mehrere Minuten. Allerdings ist das Kurzzeitgedächnis etwas eingeschränkt. Es können höchstens 7 Informationen zeitgleich verarbeitet werden.
Jetzt stellt sich zwangsläufig die Frage nach der neuronalen Verknüpfungsmöglichkeit, denn irgendwo müssen die verarbeiteten Informationen auch gespeichert werden. Das klingt kompliziert, aber ist es nicht. Informationen können vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächnis wandern, wenn im Gehirn Verbindungen existieren, welche es erlauben, die Information richtig abzulegen. Das menschliche Gehirn speichert im Langzeitgedächnis nur wichtige, merkenswerte und einprägsame Informationen.