Müssen Rapid E-Learning Tools mit Social Media Applicationen interagieren können?

Social Media wird immer populärer. Twitter hat im ersten Quartal 2010 nach eigenen Angaben 4 Milliarden Tweets abgesetzt und Facebook hat die 400 Mio Mitgliedergrenze überschritten, da kommt das Gefühl auf, dass jeder irgendwo in Social Media Netzwerke eingebunden ist.
Es passt gut ins Bild, dass Captivate 5 nun auch mit einem Twitter-Widget aufwarten will. Da stellt sich mir persönlich jedoch die Frage, welchen Mehrwert eine Twitteranbindung in Captivate 5 bietet.
Zu allererst möchte ich eine Lanze für Social Media brechen. Denn der Grundsatz "Gut ist alles, was vernetzt ist" gilt auch beim Social Media Lernen. Der direkte Vergleich mit Kollegen steigert die Motivation; schnelle, zwanglose Kommunikation mit anderen Kursbesucher und dem Content Verbreiter erleichtern das Lernen usw.
Aber mal ehrlich, wie kann eine direkte Verbindung Captivate 5 - Twitter das Lernen erleichtern?
Stellen Sie sich folgende Statusmeldung vor: "xy hat das Modul Projektmanagement 2.0 erfolgreich abgeschlossen" Das ist eine interessante Information, wenn es sich um Ihren direkten Teamkollegen handelt. Aber wollen Sie solche Tweets in Ihrer timeline sehen? Verbraucht das nicht viel Zeit zum Lesen und Überfliegen?
Stellen Sie sich noch eine Facebooktypische Meldung vor: "xy hat bei Data Migration II einen neuen Punkterekord aufgestellt" Das wäre nur beim ersten Male noch ein Schmunzeln wert.

Persönliches Fazit:
Wie Sie sehen bin ich zurückhaltender, wenn es um die direkte Verknüpfung von Rapid E-Learning Tools mit Social Media Platformen geht. Denn hier kann ein Grundrauschen schwer filterbaren Inhalts erzeugt werden, das nur bedingt informativ ist. Ich denke, Rapid E-Learning sollte andere Möglichkeiten nutzen, wenn die Lerner zu mehr gemeinsamer Kommunikation animiert werden sollen: Richten Sie ein Messageboard oder ein Forum ein, dann wird es dort auch qualifizierte Disskusionen geben. Bei Twitter wird immer die 140-Zeichen-Grenze für systemimmanente Beschränkungen sorgen.

Submitted by Waldemar Pross (nicht überprüft) on 18 May, 2010 - 15:11.

Ich finde all die Services und Applikationen, die automatisch bei einem Ereignis tweets schicken, nicht gut.

Ich unfollow'e ganz schnell die Personen, die automatisch ihre YouTube-Favoriten, Bookmarks bei digg & Co. und neue Blogposts zu twitter schicken. Oder zumindest wenn's zu viel wird.
Was soll der Quatsch, wenn jemand versucht ein Video bei YouTube 4 mal hochzuladen und ich sehe 4 mal gleichen Tweet?

ich finde, jedes Tweet sollte überlegt und per Hand (gerade bei 140 Zeichen) geschrieben werden.

Gruß,
Waldemar

Submitted by Ralf Baum on 18 May, 2010 - 23:56.

Hallo Waldemar,

ja, das sehe ich absolut genauso wie Du; die Automatisierung der Tweets sorgt für teilweise unnötiges Tweetaufkommen. Ich denke, wenn man etwas mitteilen möchte (auch wenn es "nur" ein neuer Blog ist), dann sollte man es von Hand twittern. Die von Dir angedeuteten Triple-Tweets kenne ich nur zu genüge. Am seltsamsten finde ich aber diese Robots, die automatisch aus einem RSS-Feed nach dem Zufallsprinzip Tweets absetzen. Da kann dann auch mal ein Blog aus 2009 angepriesen werden.
Ich bin ja prinzipiell ein Freund von Automatisierung, aber irgendwo sollte man doch das Gefühl haben, dass eine Person/Firma zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas mitzuteilen hat, und sich nicht fragen: Hat das nun xyz selbst, oder seine automatische Application geschrieben?

Viele Grüsse
Ralf